1. Hanseatischer Dolzer Polocup auf Gut Appel vom 29. bis 31. Juli 2011
Ein Poloschlag für die Zigarre
Ein Ball, schnelle Ponies und Reiter und dazu Zigarren
Polo gilt nicht nur als die schnellste, sondern auch als die älteste Mannschaftssportart der Welt.
In den achtziger Jahren galt es noch als sehr schick, Mitglied in einem etablierten Tennisclub zu sein und trotz überbuchter Plätze doch regelmäßig sein Match spielen zu können. Heutzutage sind die Tennis-Courts in Stadt und Land verwaist, die Golfplätze dagegen haben in Deutschland schon fast die Dichte von Fußballvereinen erreicht. Mit dem einst so frechen Spruch „Bist du noch körperlich aktiv oder spielst du schon Golf?“ bringt man heutzutage kaum noch jemanden zum Schmunzeln, sondern handelt sich in der Regel nur empörte Blicke ein.
Der elitäre Polo-Sport wird eine Renaissance als Massensportart wohl eher nicht erleben, und das hat verschiedene Gründe Zunächst sind dies einmal die rein physischen Voraussetzungen.
Rund siebzig Prozent davon erfordert ein überdurchschnittliches Reitvermögen, gepaart mit viel athletischer Konstitution sowie Kondition. Etwa zehn Prozent erfordert das Ballgefühl, das restliche Fünftel verlangt taktisches Gespür, Spielübersicht und beherztes und schnelles Vorgehen.
Ein Polospieler benötigt 4 bis 6 Polopferde, da er während eines Spiels, das sich über vier sog. Chakas à 7 Minuten (also achtundzwanzig Minuten) erstreckt, viermal wechselt.
Das Polopferd ist furchtlos, schnell und ausdauernd. Beim Besuch eines Poloturniers wird jeder Sportinteressierte feststellen, dass es kaum einen Wettbewerbssport gibt, der soviel Spannung, Tempo, Athletik und kämpferische Einsätze bietet wie Polo. Wie beim Galopprennen bebt der Boden regelrecht, wenn der das Ball führende Duo verfolgt von den übrigen Rossen und Reitern, zum gegnerischen Tor prescht.
Wie der Fußball so lebt der Polosport von taktischen Spielzügen, es gibt Reiter/Pferdpaarungen, die die Rolle eines Liberos ausüben, sowie linke und rechte Außenspieler, die diese mit gekonnten Pässen versorgen. Dabei geht es, trotz eines strengen Reglements, stets hart und artistisch zur Sache.
Mr. Polo schlägt einen Ball für die Zigarre
Thomas Selkirk ist ein brillanter Polospieler, betreibt ein eigenes Gestüt bei Hamburg, und hat sich zum Ziel gesetzt diese großartige Sportdisziplin einem größeren Publikum zu öffnen. Der gebürtige Schotte betreibt ein Unternehmen das sich bundesweit auf die Fertigung und den Vertrieb von Maßkonfektionen spezialisiert hat. Auf seinem Gestüt Gut Appel veranstaltete er den 1. Hanseatischen Dolzer Polo Cup. Selkirk ist enthusiastischer Zigarrenraucher und so ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit, dass rund um das Turniertreiben feine Zigarren geraucht werden. Der untere Teil des Poloschlägers wird übrigens in der Tat Zigarre genannt. Ein Grund mehr, so Selkirk, daß die echte Zigarre aus edlem Tabak beim Polowettstreit nicht fehlen darf , und ihr somit die Wertschätzung zu Teil wird, die sie verdient.
Kompromisslose Streiter für eine stilvolle Tabakkultur
Unter solchen Bedingungen musste Mr. Selkirk Gerd Falkum vom Tabakhaus Falkum in Miltenberg und die Bünder Zigarrenfabrikanten Martin und Philipp Schuster nicht lange dazu überreden diese Aktion zu unterstützen. Diese ausgemachten Pfeifen– und Zigarrenfreunde sind immer gerne und dann zur Stelle, wenn es darum geht, eine Akzeptanz für kultiviertes Genussrauchen zu erwirken.
Ihr Credo ist: "Wir wollen keine Lanze brechen für das gemeine und mittlerweilen gesellschaftlich geächtete stupide Qualmen, vielmehr suchen wir den Kontakt zu netten Menschen und Individualisten, die selbst genau wissen, was sie wollen und dies beherzt und konsequent umsetzen. - Natürlich innerhalb sozialer und ethischer Regeln."
Große Teile der Gesellschaft verfügen kaum noch über ein eigenes Urteilsvermögen und sind leicht manipulier– und steuerbar. Individualität weicht gesteuertem Zweck-Kollektivismus.
In der Pologemeinde lebt das Freidenkertum und man konnte beim Turnier häufig beobachten, wie sich die Sportler nach dem Match hingebungsvoll an einer der dargebotenen Zigarren erfreuten, gleichsam doppelter Genuss nach sportlicher Hochspannung.
Anspruchsvoller Genuss hat nicht die geringste Affinität mit unbedachtem weihelosem Konsumieren, dies ist die wesentliche Unterscheidung zwischen dem Profanen und dem Elitären. Daher unterstrichen die exklusiven Zigarren der Marken Bentley Cigars, Maria Mancini und Casa de Torres sowie Bonajuto- und MF Cigarillos die souveräne Art selbstbewusster Menschen – feine Zigarren verbinden. Bei Publikum und Spielern waren die Zigarren hoch im Kurs, sie waren damit ein sehr willkommener Beitrag zur Abrundung eines anspruchsvollen Ereignisses.
Die Entsprechung lautet, eine elitäre Nischensportart gibt Raum, Toleranz und Wertschätzung für eine vornehme Genussnische.
Als die aktiven Tabakakteure auf der Heimreise mehrere Raucher, wie Büßer vor einer rauchfreien Autobahnraststätte antrafen, fühlten sie sich zurückversetzt in eine finstere und unwirtliche Parallelwelt.